Crown of Midnight by Sarah J. Maas

30.09.2026

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"I have worked for ten years to become famous enough to gain an invitation to this castle. Ten years, so I could come here to sing the songs of magic that you tried to wipe out. So I could sing those songs, and you would know that we are still here – that you may outlaw magic, that you may slaughter thousands, but we who keep the old ways still remember." – Rena Goldsmith

Nachdem Throne of Glass und auch The Assassin's Blade für mich teilweise noch das Gefühl vermittelt haben, gerade einmal an der Oberfläche dieser Welt zu kratzen, hatte ich bei Crown of Midnight zum ersten Mal das Gefühl, dass wir langsam näher an den eigentlichen Kern der Geschichte kommen. Immer mehr Puzzleteile tauchen auf, alte Fragen bekommen plötzlich eine ganz neue Bedeutung und gleichzeitig entstehen mindestens genauso viele neue.

Besonders die letzten ungefähr 100 Seiten haben mich durch die verschiedensten Emotionen geschickt. Hoffnung, Freude, Wut, Trauer, Verzweiflung, Spannung – gefühlt war alles dabei. Und dann kam dieses letzte Kapitel.

Ich glaube, genau dieses Kapitel war für mich eines der Highlights des gesamten Buches. Plötzlich wurden so viele kleine Hinweise miteinander verknüpft, die Sarah J. Maas bereits zuvor immer wieder eingestreut hatte. Andeutungen, denen ich zwar Aufmerksamkeit geschenkt hatte, deren tatsächliche Bedeutung ich aber niemals in diesem Ausmaß erwartet hätte. Als schließlich enthüllt wurde, was Celaenas Vergangenheit und ihre Herkunft wirklich bedeuten, war ich einfach nur sprachlos.

Und gleichzeitig ergibt plötzlich so vieles Sinn.

Die Reihe fühlt sich für mich dadurch an, als würde sie gerade erst richtig beginnen. Nach diesem Ende bin ich mehr als bereit für die nächsten Teile und vor allem darauf gespannt, welche Auswirkungen dieser gewaltige Plottwist auf Celaena, Chaol, Dorian und letztendlich ganz Erilea haben wird.

"Elentyia. You will not understand yet, but… I knew what my fate was to be, and I embraced it. I ran toward it. Because it was the only way for things to begin changing, for events to be set in motion. But no matter what I did, Elentyia, I want you to know that in the darkness of the past ten years, you were one of the bright lights for me. Do not let that light go out." – Nehemia Ytger

Wie viel muss diese Frau eigentlich noch durchmachen? Celaena scheint kaum einen Moment zur Ruhe kommen zu dürfen. Immer wenn sie glaubt, endlich einen kleinen Schritt in die richtige Richtung gemacht zu haben, passiert etwas, das sie gefühlt drei Schritte zurückwirft. Und trotzdem versucht sie weiterhin, das Richtige zu tun – selbst wenn sie dafür ihr eigenes Leben aufs Spiel setzt. Als Champion des Königs soll sie Menschen ermorden, die angeblich eine Gefahr für die Krone darstellen. Doch anstatt seine Befehle tatsächlich auszuführen, lässt sie ihre Opfer am Leben und hilft ihnen dabei zu verschwinden. Ich liebe diese Entwicklung an ihr, weil sie zeigt, dass hinter der berüchtigten Assassinin so viel mehr steckt. Celaena weiß genau, was passieren würde, sollte der König jemals herausfinden, dass sie ihn belügt. Ich bezweifle, dass er sich dann mit einer einfachen Hinrichtung zufriedengeben würde. Trotzdem weigert sie sich, für ihn unschuldige Menschen zu ermorden. Von Buch zu Buch entwickelt sie sich weiter und findet dabei immer mehr Platz in meinem Herzen. Unter ihrer Arroganz, ihrem Stolz und ihrer manchmal unglaublich impulsiven Art steckt eine junge Frau, die so viel verloren hat und trotzdem noch nicht aufgehört hat, für andere einzustehen. Gleichzeitig merkt man aber auch, wie sehr ihre Vergangenheit sie geprägt hat. Vertrauen fällt ihr unglaublich schwer. Besonders deutlich wird das in ihrer Freundschaft mit Nehemia. Man spürt, wie viel Nehemia ihr bedeutet und wie sehr Celaena sie liebt – und trotzdem schafft sie es nicht, sich ihr vollkommen anzuvertrauen. Zwischen den beiden gibt es immer wieder Geheimnisse, unausgesprochene Wahrheiten und Frustration. Beide wollen im Grunde dasselbe, gehen aber vollkommen unterschiedlich damit um.

Und dann passiert genau das, wovor man sich die ganze Zeit fürchtet.

Nehemias Tod hat Celaena vollkommen zerstört. Ihre Trauer verwandelt sich in Wut und ihre Wut wiederum in etwas beinahe Selbstzerstörerisches. In diesen Momenten merkt man erst, wie tief ihre Gefühle eigentlich gehen und wie gefährlich Celaena werden kann, wenn jemand einen Menschen verletzt, den sie liebt. Gleichzeitig hat mir diese Entwicklung das Herz gebrochen, weil sie sich selbst so viele Vorwürfe macht.

Und als wäre das alles nicht genug, gibt es auch noch Chaol. Endlich war Celaena einmal wirklich glücklich. Nach allem, was sie erlebt hat, hatte sie für einen kurzen Moment jemanden, bei dem sie einfach sie selbst sein konnte. Deshalb habe ich mich so sehr für sie gefreut, als sie und Chaol sich endlich nähergekommen sind. Und natürlich musste genau dieses Glück wieder zerstört werden. Dass ihre Beziehung innerhalb so kurzer Zeit von einem der schönsten Teile des Buches zu so viel Schmerz und Wut führt, hat wehgetan. Vor allem, weil man als Leser beide Seiten irgendwie verstehen kann. Celaenas Reaktion ist extrem, aber nach allem, was passiert ist, kann ich nachvollziehen, warum sie sich verraten fühlt.

Und dann steigt sie am Ende auf dieses Schiff.

Die ganzen kleinen Bemerkungen über ihre Vergangenheit. Ihre Erinnerungen. Ihre Fähigkeiten. Die Dinge, über die sie niemals sprechen wollte.

Plötzlich ergibt alles Sinn.

Celaena Sardothien ist Aelin Galathynius.

Die verschollene Königin von Terrasen.

Ich war sprachlos.

"Believe me, Celaena. I know you can look after yourself. But I worry because I care. Gods help me, I know I shouldn't, but I do. So I will always tell you to be careful, because I will always care what happens." – Chaol Westfall

Ich weiß, dass Chaol bei vielen Leserinnen und Lesern nicht gerade der beliebteste Charakter ist, aber er hat mittlerweile einen festen Platz in meinem Herzen. Besonders in diesem Buch merkt man, wie wichtig Celaena ihm geworden ist. Schon bevor er sich seine romantischen Gefühle wirklich eingesteht, macht er sich ständig Sorgen um sie. Jedes Mal, wenn sie einen Auftrag des Königs erfüllen muss, fürchtet er, dass sie vielleicht nicht zurückkommt. Gleichzeitig versucht er, seine Pflichten als Captain of the Guard und seine Gefühle voneinander zu trennen – und scheitert daran immer mehr. Als er sich schließlich eingesteht, dass er sie liebt, hatte ich das Gefühl, eine ganz andere Seite von ihm kennenzulernen.

Celaena und Chaol leben miteinander richtig auf. Es gibt plötzlich diese kleinen glücklichen Momente zwischen all der Dunkelheit, und genau deshalb mochte ich ihre Beziehung so gerne. Chaol liebt sie nicht, weil sie die berühmte Assassinin ist, sondern trotz allem, was kompliziert und gefährlich an ihr ist. Umso schlimmer war es, dabei zuzusehen, wie alles zwischen ihnen auseinanderbricht.

Was im Zusammenhang mit Nehemia passiert, verändert ihre Beziehung vollkommen. Celaena kann ihm nicht verzeihen, dass er Informationen vor ihr geheim gehalten hat, und für sie wird sein Schweigen zu einem Verrat, den sie in diesem Moment kaum von Nehemias Tod trennen kann.

Trotzdem hört Chaol nie auf, sie zu lieben.

Selbst nachdem alles zwischen ihnen zerbrochen ist, möchte er vor allem eines: dass Celaena in Sicherheit ist. Seine Entscheidung, sie nach Wendlyn zu schicken, könnte vielleicht das Wichtigste sein, was er bisher für sie getan hat – auch wenn er zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht versteht, wen er damit eigentlich zurück in die Nähe ihrer Vergangenheit schickt. Denn jetzt weiß er, wer sie wirklich ist. Und ich weiß wirklich nicht, wie Chaol diese Erkenntnis verkraften soll. Celaena ist nicht einfach nur eine Assassinin mit einer komplizierten Vergangenheit.

Sie ist Aelin Galathynius. Die rechtmäßige Königin eines Landes, das von dem Mann erobert wurde, dem Chaol sein Leben lang gedient hat. Und genau deshalb bin ich unglaublich gespannt darauf, was diese Wahrheit mit ihm machen wird.

"We're Havilliards, cousin. We'll always have enemies that need dispatching." – Roland Havilliard

Dorian ist für mich teilweise immer noch schwer einzuschätzen, aber gleichzeitig habe ich das Gefühl, dass seine eigentliche Geschichte gerade erst beginnt.

Natürlich ist er verletzt darüber, dass Celaena sich nicht für ihn entschieden hat. Man merkt seine Eifersucht und seine Enttäuschung, aber was ich an ihm unglaublich schätze, ist, dass er sie deshalb nicht fallen lässt. Seine Gefühle verändern sich, aber die Verbindung zwischen ihnen bleibt bestehen. Er hinterfragt Celaena. Er fordert sie heraus. Aber wenn es darauf ankommt, steht er trotzdem zu ihr.

Besonders interessant wurde seine Geschichte für mich mit dem Auftauchen seiner Magie. Ausgerechnet Dorian – der Sohn des Mannes, der Magie aus seinem Königreich verbannt und diejenigen verfolgen lässt, die damit in Verbindung stehen – besitzt selbst magische Fähigkeiten. Die Ironie daran könnte kaum größer sein.

Und gleichzeitig verbindet ihn dieses Geheimnis auf eine neue Art mit Celaena. Beide tragen etwas in sich, das sie das Leben kosten könnte, sollte der König davon erfahren. Dass Dorian sich Celaena schließlich anvertraut, zeigt für mich auch, wie viel Vertrauen zwischen ihnen trotz allem noch vorhanden ist.

Ich bin unglaublich gespannt darauf, was aus seinen Fähigkeiten wird. Momentan kann er sie kaum kontrollieren und versteht selbst nicht wirklich, was mit ihm passiert. Aber sollte er irgendwann lernen, seine Magie bewusst einzusetzen, könnte sie noch eine gewaltige Rolle spielen. Vor allem bin ich davon überzeugt, dass Dorian ein vollkommen anderer König als sein Vater werden könnte. Er besitzt Mitgefühl, hinterfragt Entscheidungen und beginnt immer stärker zu erkennen, was für ein Mensch sein Vater tatsächlich ist.

Dorians Geschichte hat gerade erst angefangen – und ich freue mich sehr darauf, ihn auf diesem Weg weiter zu begleiten.

"Mistakes happen often enough in Rifthold for us to know that most of them are anything but mistakes." – Archer Finn

Archer Finn, du hinterhältige Schlange. Ich habe ihm von Anfang an nicht vertraut. Irgendetwas an ihm hat mir sofort ein schlechtes Gefühl gegeben und leider hat mich mein Bauchgefühl nicht getäuscht. Je mehr man über ihn erfährt, desto deutlicher wird, wie sehr ihm die Vorstellung von Macht zu Kopf gestiegen ist. Vielleicht hat er einmal mit guten Absichten angefangen. Vielleicht wollte er tatsächlich etwas verändern. Und ich möchte ihm auch nicht absprechen, dass sein eigenes Leben alles andere als einfach war. Aber irgendwann reichen gute Absichten nicht mehr als Entschuldigung für die Entscheidungen, die man trifft. Archer hat einen falschen Weg nach dem anderen gewählt und ist dabei immer weiter in die Dunkelheit gegangen. Er manipuliert, lügt und ist bereit, andere Menschen für seine Ziele zu opfern. Und was durch seine Entscheidungen mit Nehemia passiert ist, kann ich ihm nicht verzeihen. Zu wissen, welche Trauer, Schuldgefühle und Schmerzen Celaena seinetwegen durchleben musste, hat dafür gesorgt, dass aus meinem anfänglichen Misstrauen endgültig Hass geworden ist. Seine Vergangenheit mag erklären, wie er zu diesem Menschen geworden ist. Sie entschuldigt es für mich aber nicht.

"You should apologize. You have no idea how loud and tiresome you've been these past few months, with all your running down here and slaying foul beasties. I kept quiet until I thought you'd witnessed enough strange things that you could accept my existence. But apparently, I am to be disappointed." – Mort

Können wir bitte kurz darüber sprechen, wie sehr ich Mort liebe?

Er ist buchstäblich ein Türknauf und trotzdem gehört er zu meinen liebsten Nebencharakteren dieses Buches. Seine Kommentare, seine Art mit Celaena umzugehen und diese teilweise herrlich trockenen Antworten haben mich immer wieder zum Lachen gebracht. Gerade weil das Buch mit der Zeit immer düsterer und emotionaler wird, waren die Szenen mit Mort eine willkommene Abwechslung. Natürlich hätte er Celaena einiges früher erzählen und ihr damit das Leben deutlich leichter machen können. Aber irgendwie hatte ich bei ihm immer das Gefühl, dass er ganz genau weiß, was er tut. Er gibt Celaena Informationen dann, wenn sie sie wirklich braucht oder bereit dafür ist. Manchmal möchte man ihn dafür schütteln, aber gleichzeitig glaube ich, dass hinter seinen Entscheidungen mehr steckt.

Für einen Türknauf hat dieser Mann jedenfalls erstaunlich viel Persönlichkeit.

"If they let you out, make sure that they're punished someday. Every last one of them." – Kaltain Rompier

Und dann wäre da natürlich noch der König. Ich weiß immer noch nicht genau, was dieser Mann eigentlich im Schilde führt – und genau das macht ihn für mich momentan so beängstigend. Wir sehen immer mehr Hinweise darauf, dass hinter seinen Eroberungen und seiner Herrschaft noch etwas viel Größeres steckt. Magie ist verschwunden, seltsame Kreaturen tauchen auf, Wyrdmarks spielen eine immer größere Rolle und dann sind da noch diese verdächtigen Ringe.

Besonders Duke Perrington bereitet mir Sorgen. Dass er gemeinsam mit Roland Havilliard und Kaltain Rompier abreist, lässt bei mir sämtliche Alarmglocken schrillen. Sowohl Roland als auch Kaltain wirken auf mich, als würde irgendetwas mit ihnen passieren, das sie nicht vollständig selbst kontrollieren können.

Und ich bin mittlerweile ziemlich überzeugt davon, dass die Ringe etwas damit zu tun haben. Sowohl der König als auch Perrington tragen sie und Sarah J. Maas erwähnt solche Details vermutlich nicht ohne Grund. Meine momentane Theorie ist deshalb, dass die Ringe entweder zur Kontrolle anderer Menschen dienen oder zumindest mit irgendeiner Form dunkler Magie verbunden sind.

Was genau dahintersteckt, kann ich noch überhaupt nicht einschätzen.

Aber ich habe ein sehr schlechtes Gefühl.


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