Queen of Shadows by Sarah J. Maas

08.10.2026

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"Every time I turn around I feel like I'm one wrong move or word away from leading them to ruin. People's lives – your life – depend on me. There's no room for error." – Aelin Ashryver Galathynius

Queen of Shadows hat mich vor allem mit seinen Charakteren, ihren Entwicklungen und den Beziehungen untereinander mitgenommen. Nach allem, was in den vorherigen Bänden passiert ist, hatte ich das Gefühl, dass Aelin nun immer bewusster entscheidet, wer sie sein möchte und für wen sie kämpfen will. Ihre Vergangenheit begleitet sie weiterhin, aber sie lässt sich nicht mehr vollständig von ihr bestimmen. Gleichzeitig bekommt die Geschichte durch die anderen Perspektiven eine Größe, die mich immer neugieriger darauf macht, wie all diese Wege zusammenführen werden. Zwischen Wiedersehen, schmerzhaften Enthüllungen, gefährlichen Plänen und Momenten voller Hoffnung hat mich dieser Band emotional sehr beschäftigt.


"You bring my court into this, Chaol, and I don't care what you were to me, or what you have done to help me. You betray them, you hurt them, and I don't care how long it takes, or how far you go: I'll burn you and your gods-damned kingdom to ash. Then you'll learn just how much of a monster I can be." – Aelin Ashryver Galathynius

Aelins Entwicklung gehört für mich zu den größten Stärken der Reihe. Von Buch zu Buch verändert sie sich, und in Queen of Shadows wird besonders deutlich, wie viel bereits hinter ihr liegt. Sie trägt die Fähigkeiten und Instinkte einer Assassinin noch immer in sich, aber ihr Umgang mit den Menschen um sie herum zeigt, dass sie längst mehr ist als das, wozu Arobynn sie ausgebildet hat. Sie kann hart, unberechenbar und gefährlich sein. Gleichzeitig ist sie bereit, alles zu riskieren, wenn es darum geht, ihre Liebsten in Sicherheit zu wissen. Gerade dieses Nebeneinander macht sie für mich so interessant: Ihre Vergangenheit verschwindet nicht einfach, während sie versucht, einen anderen Weg einzuschlagen.

Dabei fällt es ihr noch immer schwer, ihren Platz als Königin von Terrasen wirklich anzunehmen. Zu wissen, dass ihr der Thron zusteht, und die Verantwortung dahinter zu akzeptieren, sind zwei unterschiedliche Dinge. Aelin steht vor Herausforderungen, die ihr körperlich und emotional alles abverlangen, und sieht dabei immer wieder dem Tod ins Auge. Trotzdem kämpft sie weiter. Besonders berührt hat mich, dass sie zunehmend Menschen an sich heranlässt. Nach all den Verlusten und dem Verrat ist Vertrauen für sie nichts Selbstverständliches. Umso schöner ist es, zu beobachten, wie sie sich ihren Hof aufbaut und dabei eine Familie findet. Menschen, die neben ihr stehen, die sie auffangen und die auch die Seiten an ihr kennen dürfen, die sie lange versteckt hat.


"You make me wanna live, too, Aelin Galathynius. Not exist – but live. I spent centuries wandering the world, from empires to kingdoms to wastelands, never settling, never stopping – not for one moment. I was always looking toward the horizon, always wondering what waited across the next ocean, over the next mountain. But I think… I think that whole time, all those centuries, I was just looking for you." – Rowan Whitethorn

Rowan ist für mich ein wichtiger Teil dieser Entwicklung. Er würde alles für Aelin tun, doch seine Gefühle machen seine Position an ihrer Seite komplizierter. Sie ist seine Königin, und mit seinem Blutschwur hat er sich verpflichtet, sie zu schützen. Dass er sich gleichzeitig zu ihr hingezogen fühlt, bringt ihn in einen inneren Konflikt, den ich nachvollziehbar fand. Man spürt, wie viel sie ihm bedeutet und wie bewusst er trotzdem mit dem umgehen möchte, was zwischen ihnen entsteht.

Ich mag besonders, dass Rowan Aelin gewachsen ist. Er kann mit ihr mithalten, widerspricht ihr und ist einer der wenigen Menschen, die sie auch einmal bremsen können. Ihre Auseinandersetzungen gehören genauso zu ihrer Verbindung wie das Vertrauen, das sie einander entgegenbringen. Er weiß, wie unberechenbar sie sein kann, und würde dennoch mit ihr durch jede Gefahr gehen. Gleichzeitig trägt er selbst eine schmerzhafte Vergangenheit mit sich. Der Verlust seiner Partnerin und des ungeborenen Kindes hat Spuren hinterlassen, die nicht einfach verschwinden. Dass er bei Aelin keine Verurteilung fürchten muss, macht ihre Nähe für mich besonders wertvoll. Beide kennen Schmerz und Verlust, und sie geben einander Raum dafür, ohne sich vollständig darauf zu reduzieren.


"You want to know what I did? I gave him one minute. I gave up one minute of my escape to him. Do you understand what can happen in one minute? Because I gave one to Dorian when he attacked Aedion and me today – to capture us. I gave him a minute, in which the fate of my entire kingdom could have changed forever. I chose the son of my enemy." – Aelin Ashryver Galathynius

Aedion hat sich in diesem Band zu einem meiner Lieblingscharaktere entwickelt. Ich liebe ihn, auch wenn er ein unglaublicher Sturkopf ist und seine Gefühle manchmal schneller aus ihm herausbrechen, als ihm vermutlich lieb wäre. Hinter seiner Wut und seinem Stolz steckt eine Loyalität, die mich sehr berührt hat. Sein Wiedersehen mit Aelin war einer der Momente, die mir besonders nahegegangen sind. Dass er kaum glauben kann, sie wirklich vor sich zu haben, zeigt, wie viel Hoffnung und Schmerz er all die Jahre mit sich herumgetragen hat.

Ihre Verbindung ist trotz der langen Trennung noch immer da. Natürlich haben beide sich verändert und müssen einander auch neu kennenlernen. Sie sind stur genug, um sich dabei vermutlich noch oft gegenseitig um den Verstand zu bringen. Trotzdem hatte ich nie Zweifel daran, wie viel Aelin ihm bedeutet. Aedion hat so viel über sich ergehen lassen und dennoch nie aufgehört, an sie und ihren rechtmäßigen Platz auf dem Thron zu glauben. Sein Wunsch, sie zu schützen und nach Hause zu bringen, ist deshalb weit mehr als eine Pflicht. Er verbindet damit auch die Hoffnung auf etwas, das ihm lange genommen wurde.


"We were both young and stupid, and should have seen each other as allies. But there's nothing to prevent us from seeing each other that way now. If you're in, I'm in." – Lysandra

Lysandra hat mich dagegen völlig unerwartet getroffen. Ich hätte nicht damit gerechnet, wie sehr ich ihre Geschichte und vor allem ihre Freundschaft mit Aelin lieben würde. Dass sich zwischen den beiden nach ihrer schwierigen Vergangenheit eine solche Nähe entwickeln kann, fand ich unglaublich schön. Sie beginnen, einander wirklich zu sehen und zu verstehen, wie sehr ihr Leben durch Arobynn beeinflusst wurde. Daraus entsteht eine Verbindung, die sich für mich besonders wertvoll anfühlt.

Lysandra unterstützt Aelin bei ihren Plänen in Rifthold, geht Risiken ein und erhebt sich schließlich gegen den Mann, unter dem sie so lange leiden musste. Dass sie es ist, die Arobynn tötet, fand ich einen passenden und befriedigenden Abschluss dieses Teils ihrer Geschichte. Sie hat jahrelang ertragen müssen, von ihm benutzt zu werden, und musste vieles verbergen, um überhaupt bestehen zu können. Hier bekommt sie die Möglichkeit, selbst zu handeln. Die Enthüllung, dass sie eine Gestaltwandlerin ist, hat mich zusätzlich überrascht und macht mich sehr neugierig auf ihre weitere Entwicklung. Vor allem freue ich mich darauf, mehr von ihr und ihrer Freundschaft mit Aelin zu lesen.


"Friends don't spend time with each other only when they're feeling sorry for themselves. Or bite each other's heads off for asking difficult questions." – Nesryn Faliq

Mit Chaol hatte ich in diesem Band hingegen große Schwierigkeiten. Es gab einzelne Handlungen und Momente, in denen ich etwas von dem Charakter wiedererkannt habe, den ich früher mochte. Insgesamt haben jedoch die Begegnungen überwogen, in denen mich sein Verhalten enttäuscht oder wütend gemacht hat. Besonders sein Umgang mit Aelin und seine Bereitschaft, ihr die Schuld zuzuschieben, empfand ich als unfair. Sie soll sich für Dinge rechtfertigen, deren Ursachen viel tiefer liegen und für die sie nicht allein verantwortlich ist.

Ich kann verstehen, dass Chaol Angst hat und mit Schuldgefühlen kämpft. Trotzdem fiel es mir schwer, seine Vorwürfe auszuhalten, gerade mit dem Wissen um Sorschas Tod und Dorians Schicksal. Dass er Dorian zurücklassen musste, war für mich schmerzhaft zu lesen, und seine spätere Haltung gegenüber Aelin hat es mir nicht leichter gemacht, Verständnis für ihn aufzubringen. Seine widersprüchlichen Seiten haben mich am Ende mit gemischten Gefühlen zurückgelassen. Ich weiß im Moment nicht wirklich, was ich von ihm halten soll, und bin gespannt, ob sich das im weiteren Verlauf wieder verändern wird.


"I'll bleed whatever color you tell me to." – Dorian Havilliard

Dorians Geschichte war dagegen vor allem beklemmend. Zu wissen, dass er als Marionette eines Valg-Prinzen benutzt wird und dabei noch mitbekommt, was geschieht, fand ich grausam. Er ist in seinem eigenen Körper gefangen und kann sich kaum dagegen wehren. Gerade diese Hilflosigkeit hat seine Kapitel für mich so schwer gemacht. Ich hatte beim Lesen lange kein gutes Gefühl und habe mich innerlich immer wieder darauf vorbereitet, dass wir ihn verlieren könnten.

Umso größer war meine Erleichterung, als er schließlich befreit werden konnte. Nach allem, was er durchgemacht hat, habe ich ihm diesen Moment so sehr gewünscht. Gleichzeitig bedeutet seine Befreiung nicht, dass damit alles wieder gut ist. Dass er seinem Vater ein Ende bereiten musste, hat mich trotz der Geschichte zwischen ihnen traurig gemacht. Dorian trägt bereits so viel Schmerz mit sich, und nun kommt eine gewaltige Verantwortung hinzu. Ich bin gespannt, wie er seinen Weg findet und was all diese Erfahrungen mit ihm machen werden.


"Witchlings are sacred – sacred, Manon. We do not give them away, not even to other Clans." – Asterin Backbeak

Manon wird für mich mit jedem Band interessanter. In Queen of Shadows merkt man immer deutlicher, dass sie beginnt, die Regeln und Überzeugungen zu hinterfragen, mit denen sie aufgewachsen ist. Die Befehle ihrer Großmutter und die Ereignisse in Morath lassen sich zunehmend schwerer mit dem vereinbaren, was sie selbst wahrnimmt. Gerade weil diese Zweifel langsam entstehen, fand ich ihre Entwicklung überzeugend. Sie verändert sich nicht plötzlich, sondern gerät immer wieder an Punkte, an denen sie genauer hinsehen muss.

Ihr Umgang mit Elide zeigt, dass in ihr mehr steckt, als sie nach außen zeigen möchte. Schon ihre Entscheidung für Abraxos hat für mich darauf hingedeutet, und hier wird diese Seite an ihr deutlicher. Besonders Asterins Vergangenheit hat mich beinahe zerstört. Was ihr angetan wurde, ist grausam, und ihre Geschichte verändert auch den Blick auf das, was den Hexen als Stärke und Gehorsam vermittelt wird. Manons Verbindung zu ihren Dreizehn ist für mich einer der spannendsten Teile ihrer Handlung. Ich hoffe sehr, dass sie gemeinsam einen eigenen Weg finden und erkennen können, wofür sie wirklich kämpfen wollen.


"If I die because of you, I'll beat the shit out of you in hell." – Aelin Ashryver Galathynius

Auch Kaltain Rompier hat mich überrascht und berührt. Hinter ihr steckt so viel mehr, als ich zunächst vermutet hatte. Was sie in Morath unter Perrington ertragen muss, ist furchtbar, und niemand verdient eine solche Behandlung. Ihre besondere Magie hätte ihr unter anderen Umständen ganz andere Möglichkeiten eröffnen können. Umso trauriger fand ich, wie wenig Raum ihr gelassen wurde, ihr Leben selbst zu bestimmen.

Ihre Entscheidung, sich zu opfern und mit ihrer Kraft einen Teil von Morath zu zerstören, hat ihre Geschichte für mich besonders bitter gemacht. Sie schafft es, trotz allem noch eine eigene Entscheidung zu treffen und sich gegen diejenigen zu wenden, die ihr so viel angetan haben. Trotzdem bleibt das Gefühl, dass sie etwas Besseres verdient hätte. Ich musste daran denken, wer sie hätte sein können, wenn ihr Leben anders verlaufen wäre. Vielleicht hätte unter anderen Umständen sogar eine Freundschaft zwischen ihr und Aelin entstehen können. Gerade diese verlorenen Möglichkeiten machen ihr Ende für mich so traurig.


"Tell me what I must do to atone; tell me to crawl over hot coals, to sleep on a bed of nails, to carve up my flesh. Say the word, and it is done. But let me care for you as I once did, before… before that madness poisoned my heart. Punish me, torture me, wreck me, but let me help you. Do this small thing for me – and let me lay the world at your feet." – Arobynn Hamel

Arobynn dagegen hat meine Abneigung mit jeder Begegnung weiter verstärkt. Sein Bedürfnis, Aelin zu kontrollieren, und die Selbstverständlichkeit, mit der er glaubt, weiterhin über sie bestimmen zu können, sind widerlich. Er scheint Nähe und Fürsorge vor allem dann zu zeigen, wenn er daraus Macht gewinnen kann. Dabei liegt in seinem Verhalten gegenüber Aelin immer wieder etwas Besitzergreifendes und Unangenehmes, das mich beim Lesen abgestoßen hat. Mit dem Wissen, dass er sie schon seit ihrer Kindheit kennt, empfand ich diese Dynamik als besonders verstörend.

Auch Lysandras Geschichte zeigt, wie viel Schaden er angerichtet hat. Sie hat es nicht verdient, jahrelang benutzt und abhängig gehalten zu werden. Für mich gehört Arobynn gerade deshalb zu den Figuren, die so unangenehm wirken: Seine Grausamkeit steckt in Manipulation, Kontrolle und Beziehungen, aus denen seine Opfer sich nur schwer lösen können. Sein Ende hat sich nach allem, was er anderen angetan hat, verdient angefühlt.


"I came to find you. I came to have you burn it out of me!" – King of Adarlan

Beim König von Adarlan waren meine Gefühle am Ende komplizierter. Die Enthüllung über seine Verbindung zu den Valg hat mich überrascht und vieles, was ich über ihn gedacht hatte, noch einmal ins Wanken gebracht. Sie wirft die Frage auf, wie viel von seinem Handeln tatsächlich in seiner eigenen Macht lag. Dadurch fiel es mir schwerer, ihn nur als den grausamen Herrscher zu sehen, den ich über die bisherigen Bände kennengelernt hatte.

Gleichzeitig verschwinden die Folgen seiner Herrschaft dadurch nicht. Zu viel Tod, Leid und Zerstörung sind mit ihm verbunden, als dass eine Enthüllung all das einfach aufheben könnte. Ich wusste deshalb nicht recht, wie viel Mitleid ich für ihn empfinden konnte. Sein Ende fühlte sich für mich nach allem, was geschehen ist, dennoch wie ein notwendiger Abschluss an. Dass dabei widersprüchliche Gefühle bleiben, fand ich durchaus passend.


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